Projekte

Derzeit laufend

Grammatische Analyse von Präposition-Substantiv-Sequenzen (Prof. Dr. Tibor Kiss)

(Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft)

Nicht-kanonische Kombinationen aus einer Präposition und einem zählbaren Substantiv im Singular wurden bislang in der Syntaxforschung und der Computerlinguistik nur in Teilbereichen beachtet und häufig als nicht regelhaft charakterisiert. Sie verstoßen gegen die universelle Tendenz der geforderten Artikelrealisation bei zählbaren Substantiven im Singular, sind aber dennoch kompositionell und empirisch produktiv. Das vorliegende Vorhaben widmet sich der Grammatik dieser Konstruktionen. Umfangreiche Korpusdaten werden hierzu automatisch und händisch annotiert, im Vordergrund stehen morphologische, syntaktische und semantische Faktoren der nicht-kanonischen Kombinationen und der regulären Präpositional- und Nominalphrasen. Die Daten werden unter Verwendung von Verfahren des Annotation Mining strukturiert und analysiert. Da das Verfahren voraussetzt, dass eine Vielzahl linguistischer Eigenschaften zunächst annotiert wird, für die hier relevanten Faktoren aber nicht in jedem Fall ein Annotationsschema vorliegt, ist die Definition solcher Schemata erforderlich. Die Ergebnisse dieser Untersuchung werden nicht nur in einer für die Grammatikschreibung und die Computerlinguistik nutzbaren Analyse nicht-kanonischer Präpositionalkombinationen liegen, sondern darüber hinaus elektronische Ressourcen bereitstellen, die bislang für das Deutsche nicht vorliegen, insbesondere für die Zählbarkeitspräferenzen der Substantive.

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Referenzkorpus Mittelhochdeutsch (1050-1350) (Jun.-Prof. Dr. Stefanie Dipper)

(Gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Kooperationsprojekt mit Prof. Wegera/Bochum und Prof. Klein/Bonn)

In diesem Projekt geht es um die Erstellung eines Referenzkorpus für die mittelhochdeutsche Sprachstufe (1050-1350). Ziel ist es, eine hinlänglich umfangreiche, verlässliche und handschriftengetreue Datenbasis des Mittelhochdeutschen zu schaffen, die historiolinguistische und mediävistische Recherchen in einem Maße erlaubt, das weit über das bisher Mögliche hinausgeht. Dafür wird eine ausgewogene Auswahl an mittelhochdeutschen Texte digital erfasst und mit der folgenden Information annotiert: normalisierte Wortform, Lemma, Wortart, Morphologie.

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Kognitive Mechanismen der Wegplanung für Wegauskünfte bei älteren Menschen mit Parkinson-Erkrankung (Prof. Dr. Ralf Klabunde)

Die nichtsprachlichen und sprachlichen Mechanismen für die Produktion von Wegauskünften bei gesunden (und überwiegend jüngeren) Sprechern sind in der Linguistik gut dokumentiert. Parkinson-Patienten leiden jedoch manchmal unter einer visuokonstruktiven Störung, die die Raumkognition beeinflusst. Wir untersuchen, wie sich diese Störung auf die Versprachlichung der räumlichen Information in Wegauskünften auswirkt.

Eine spieltheoretische Modellierung der Inhaltsplanung für die Textgenerierung (Prof. Dr. Ralf Klabunde)

Die Inhaltsplanung ist der erste Schritt in der Textgenerierung und legt fest, welche Information versprachlicht werden soll. Der Inhalt wird dabei durch pragmatische Organisationsprinzipien determiniert, die eine Benutzeroptimierung anstreben. Wir untersuchen, inwieweit diese Prinzipien spieltheoretisch formuliert werden können.

Bilinguale Sprachverarbeitung unter Submersionsbedingungen: Eine psycholinguistische Aufarbeitung (Prof. Dr. Eva Belke)

(gefördert im Rahmen der Initiative "Pro Geisteswissenschaften" der VolkswagenStiftung)

In der Bundesrepublik erwerben viele Heranwachsende die Landessprache Deutsch nicht als Erst- sondern als Zweitsprache, häufig erst mit dem Eintritt in Kindergarten oder in die Schule. Das deutsche Bildungssystem orientiert sich jedoch überwiegend an einsprachigen deutschen Schülern und setzt entsprechende altersgemäße Fähigkeiten im Deutschen bei allen Kindern voraus. Unter solchen schulischen Bedingungen (sog. Submersionsbedingungen) werden die sprachlichen Fähigkeiten mehrsprachiger Kinder, insbesondere im Umgang mit der Schriftsprache, oft nur unzureichend entwickelt. Das kann sich nachhaltig negativ auf den Schulerfolg auswirken. In der psycholinguistischen Forschung zur Sprachverarbeitung bei "bilingualen" Sprechern werden vor allem solche Sprecher untersucht, die eine zweite Sprache von Geburt an oder auf der Basis eines gezielten Unterrichts (als Fremdsprache) erworben haben. Ein Desiderat ist die psycholinguistische Erforschung des Erwerbs einer Zweitsprache unter Submersionsbedingungen. Das Forschungsvorhaben zielt daher darauf ab, die psycholinguistischen Repräsentationen und Prozesse zu spezifizieren, die der Sprachverarbeitung bei bilingualen Sprechern zugrunde liegen, die eine Zweitsprache unter Submersionsbedingungen erwerben (Teilprojekt 1) sowie didaktische Konzepte der Vermittlung des Deutschen als Zweitsprache psycholinguistisch-experimentell zu fundieren (Teilprojekt 2) und zu evaluieren (Teilprojekt 3).

RCO-Kurs Phonologie (Dr. Martin Hoelter)

(gefördert von der Universitätsallianz Metropole Ruhr)

Dieser Blended-Learning-Kurs wurde im Rahmen von RuhrCampusOnline, der E-Learning-Projektinitiative der Universitätsallianz Metropole Ruhr (UAMR), entwickelt und im Sommersemester 2009 erstmals durchgeführt. Er wird in den Sommersemestern regelmäßig wiederholt.

Der Kurs richtet sich an Studierende der

  • Anglophone Studies der Universität Duisburg-Essen,
  • Linguistik & Computerlinguistik der Ruhr-Universität Bochum,
  • Rehabilitationswissenschaften (Rehabilitation und Pädagogik bei Sprach-, Kommunikations- und Hörstörungen) der Technischen Universität Dortmund
  • sowie zukünftig evtl. weiterer Studiengänge.

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Abgeschlossen

MetaSieve (gefördert durch das BMWi und den Europäischen Sozialfonds)