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Vortrag von Daniela Elsner am Donnerstag, 3.02.2011, 16-18 Uhr

Montag, 24. Januar 2011. Aus der Kategorie 'Vortragsreihe'. Das Sprachwissenschaftliche Institut lädt ein zu dem Vortrag von Daniela Elsner (Bochum, Germanistisches Institut): guck mal, was ich mache - Eine Analyse des häufigsten Matrixverbs in der Kindersprache --
Momentan gibt es lediglich zwei Arbeiten, die sich mit der Frage beschäftigen, wie Kinder Nebensätze erwerben. Rothweiler (1993) arbeitet innerhalb eines generativen Ansatzes und stellt die These auf, dass die Festlegung des Kopfparameters von IP verantwortlich ist für den Erwerb der Nebensatzstruktur. Diese Idee konnte aufgrund der über CHILDES verfügbaren Daten zurückgewiesen werden (vgl. Brandt 2010, Elsner im Druck). Brandt (2010) auf der anderen Seite folgt einem kognitiv-funktionalen Ansatz und untersucht die Entwicklung der Verbstellung in Nebensätzen. Sie zieht den Schluss, dass die Position des Verbs abhängig ist von der Form des Matrixsatzes und des Matrixverbs.

Brandt (2010), Rothweiler (1993) und Elsner (im Druck) fanden heraus, dass die häufigsten Matrixverben bei allen Kindern identisch sind. Darüber hinaus beginnen die Kinder mit einer begrenzten Anzahl von Matrixverben, welche nach und nach erweitert wird. Der Gebrauch des Wahrnehmungsverbs gucken ist überproportional hoch. Dabei fällt besonders auf, dass die meisten Matrixsätze der Kinder die Form eines einfachen Imperativs (guck/guck mal) haben. Eine Analyse deutschsprachiger CHILDES Daten soll die komplexen Konstruktionen mit gucken genauer beleuchten. In dem Vortrag wird versucht, die Entwicklung von einfachen zu komplexen Konstruktionen nachzuvollziehen. Weiterhin steht eine syntaktische Beschreibung der verschiedenen gucken-Konstruktionen im Mittelpunkt. Diessel (2004) und Diessel/Tomasello (2001) konnten für englische Daten zeigen, dass Kinder zu Beginn formelhafte Matrixsätze produzieren, woraus sich später ein flexiblerer Gebrauch der Matrixverben entwickelte. Es stellt sich die Frage, ob dieser Prozess auch bei deutschsprachigen Kindern zu sehen ist.

Literatur
Brandt, S., Lieven, E., & Tomasello, M. (2010). Development of word order in German complement-clause constructions: Effects of input frequencies, lexical items, and discourse function. Language 86(3), 583–610.
Diessel, H. (2004). The Acquisition of Complex Sentences. Cambridge: Cambridge University Press.
Diessel, H., Tomasello, M. (2001). The acquisition of finite complement clauses in English: A usage based approach to the development of grammatical constructions. Cognitive Linguistics 12, 97-141.
Elsner, D. (in press). Guck mal, ich mache - Frühe Nebensatzkonstruktionen bei deutschsprachigen Kindern.
Rothweiler, M. (1993). Der Erwerb von Nebensätzen im Deutschen. Eine Pilotstudie. Tübingen: Niemeyer.

Daten
http://childes.psy.cmu.edu/

Der Vortrag findet in GB 3/159 statt.