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Vortrag von Peter Bosch am Dienstag, 5.02.2013, 16-18 Uhr

Donnerstag, 24. Januar 2013. Aus der Kategorie 'Vortragsreihe'. Das Sprachwissenschaftliche Institut lädt ein zu dem Vortrag von Peter Bosch (Osnabrück): Schwache Definita und Verschmelzungsformen im Deutschen --
Definit referentielle Nominalausdrücke ("der/die/das Sonstwas") werden gängigerweise in der Semantik und Pragmatik so modelliert, dass sie entweder auf vorerwähnte oder sonstwie anaphorisch zugängliche Objekte referieren oder aber auf Objekte, die Unikatcharakter haben. Es ist seit langem bekannt, dass beide Behandlungen nur einen kleinen Teil der im Sprachgebrauch vorkommenden Verwendung der Definita erfassen können.
Zu den nicht abgedeckten Verwendungen gehört auch die Klasse der sogenannten "schwachen Definita" (Carlson et al. 2007). Wenn z.B. geraten wird "auf dem Fahrrad solle man einen Helm tragen" wird nicht auf ein vorerwähntes Fahrrad Bezug genommen, und es wird auch nicht unterstellt, dass es in der Diskursdomäne (egal wie eng man die konstruiert) genau ein Fahrrad gebe. Im Deutschen scheinen die sog. Verschmelzungsformen ("Verschmelzungen" aus Präposition und definitem Artikel, insbes. am, beim, im, vom, zum, zur) eine besondere Vorliebe für solche Verwendungen als schwache Definita zu haben. Wenn jemand "am Fenster steht", ist typischerweise mit diesem Ausdruck keine Referenz auf ein spezifisches Fenster gemeint.
Eine naheliegende Hypothese, die in diesem Vortrag untersucht werden soll, ist, dass wir es mit einer semantischen Inkorporation der Denotation des seiner Form nach definit referentiellen Ausdrucks in die Denotation seiner regierende Kategorie zu tun haben; das schwache Definitum hätte keinen Argumentstatus sondern wäre ein Modifikator.

Der Vortrag findet in Raum 3/159 statt.