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Dies ist das Newsblog des Sprachwissenschaftlichen Instituts an der Ruhr-Universität Bochum.

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Vortrag am Donnerstag, 10.12.2009, 10 - 12 Uhr

Donnerstag, 03. Dezember 2009. Aus der Kategorie 'Vortragsreihe'. Das Sprachwissenschaftliche Institut lädt ein zu dem Vortrag von Anna Littwin und Ellen Schuster (Bielefeld): Entwicklung eines Screenings zur Überprüfung von Wortfindungsleistungen bei leichten Aphasien Wortfindungsstörungen treten bei allen Aphasieformen auf. Gerade bei Patienten mit leichten Aphasien bzw. aphasischen Restsymptomen gelten sie als Leitsymptom. Viele Diagnoseinstrumente können Wortfindungsstörungen, die im Rahmen einer milden Aphasie auftreten jedoch nicht erfassen.
An diesem Punkt setzt die Studie an: Im Rahmen unserer Masterarbeit entwickelten wir ein Wortfindungsscreening für Patienten mit leichten Aphasien bzw. Restsymptomen. Das Screening mit dem Namen WOFIS überprüft das semantische Merkmals- und Konzeptwissen und basiert auf empirisch fundierten Ergebnissen aus einer vorher von uns durchgeführten Normierungsstudie. Damit unterscheidet es sich von den bisherigen Testverfahren, die auf nicht unmittelbar empirisch fundierten linguistischen Überlegungen zu semantischen Relationen beruhen.
Die Referenzdaten für das WOFIS wurden mittels einer Altersnormstichprobe von 64 Probanden erhoben. Die Normsprecher hatten die Aufgabe, Merkmale zur Definition von Gegenständen zu genieren. Für die ermittelten semantischen Merkmale berechneten wir Relevanz, Dominanz, und Distinktivität. Diese Maße, die in das von Sartori und Kollegen (2005) entwickelte semantische Relevanzmodell eingebettet sind, erlauben Rückschlüsse auf die interne Struktur und die Verarbeitungsmechanismen semantischer Informationen.
Mit den Daten aus der Normierungsstudie erstellten wir drei Screeningaufgaben für das WOFIS, die in 30 bis 40 Minuten durchführbar sind. Die Aufgaben überprüfen sowohl die rezeptiven als auch die produktiven Leistungen der Patienten. Die Komplexität steigert sich innerhalb der Aufgaben. Über die quantitative Auswertung des WOFIS kann der Schweregrad der Störung (leicht, mittelschwer oder schwer) eingeschätzt werden. Zusätzlich können auch qualitative Aussagen getroffen werden. Das fertig gestellte WOFIS wurde an zwei Patienten mit amnestischer Aphasie erprobt. Die Ergebnisse zeigten, dass das Screening sensitiv genug ist, um Störungen der semantisch-lexikalischen Verarbeitung aufzuzeigen. Im Fall der Patientin Frau B war es sogar sensitiv genug um eine rezeptive Beeinträchtigung zu ermitteln.